Kenntnisnachweis im Modellflug

Auch wenn man ein Flugmodell fliegen lässt, nimmt man am Luftverkehr teil und unterliegt dann hier auch den Bestimmungen aus dem Luftfahrtrecht. Die hier geltende Luftverkehrsordnung sowie weitere Vorschriften regeln die Luftraumnutzung und stellen somit die Sicherheit im Flugverkehr sicher.

Nach den derzeitigen rechtlichen Regelungen darf ein Flugmodell ausschließlich zum Zweck der Freizeitgestaltung / oder zum Zwecke des Sports eingesetzt und nur in Sichtweite der steuernden Person geflogen werden.

Der Kenntnisnachweis

Wenn das Flugmodell über 2 Kilogramm wiegt und der Flug höher als 100 Meter geht, wird außerhalb von Modellfluggeländen, die über eine Erlaubnis verfügen, ein sog. Kenntnisnachweis benötigt. Die gesetzliche Regelung hierfür in der Luftverkehrsordnung festgehalten. Das gilt auch für die Steuerung von Multicoptern für Freizeit- und Sportzwecke. (also kein gewerblicher Einsatz).. Dabei wurde vom Gesetzgeber ein Mindestalter von 14 Jahren vorgegeben. Die hier dann durchzuarbeitenden Unterlagen beinhalten wichtige Verhaltensweisen und Pflichten, die hier einzuhalten sind.

Kennzeichnungspflicht

Damit man das Flugmodell zuordnen kann, muss der Eigentümer eines solchen Modells mit einer Startmasse , die über 0,25 Kilogramm vor dem erstmaligen Einsatz und der erstmaligen Inbetriebsetzung an einer sichtbaren Stelle die Anschrift und seinen kompletten Namen in einer feuerfesten und dauerhaften Beschriftung an dem Flugobjekt anbringen (das kann hier in Form eines Aluminiumschildes erfolgen).

Erlaubnisfreiheit

Für die Benutzung und der Betrieb von Flugmodellen und anderen nicht bemannten Luftfahrtsystemen, die sich vom Gewicht her unterhalb der Höchstabflugmasse von 5 Kilogramm bewegen, ist keine Genehmigung erforderlich. Dabei muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass bei einer Abflugmasse ab 2 Kilogramm oder wenn die Flughöhe oberhalb von 100 Meter liegt (das ist unabhängig von der Abflugmasse), ein Kenntnisnachweis erforderlich ist. Davon ausgenommen sind Modellfluggelände, die über eine Erlaubnis verfügen(die ist auch in der Luftverkehrsordnung geregelt).

Erlaubnispflicht

Wenn man Flugmodelle oder unbemannte Luftfahrtsysteme über 5 Kilogramm einsetzt sowie grundsätzlich für den Nachteinsatz ist eine entsprechende Erlaubnis erforderlich. Diese muss man bei den Landesluftfahrtbehörden beantragen und diese wird dann von dort aus erteilt. Die gesetzliche Grundlage findet man auch unter §21 a LuftVo. (Luftverkehrsordnung).

Betriebsverbot

Ein solches Betriebsverbot hat für alle Flugmodelle sowie unbemannte Luftfahrtsysteme dann Gültigkeit, wenn sich diese Systeme außerhalb der Sichtweite der steuernden Personen befinden. Dabei gilt dies auch für Geräte, die kleiner oder gleich 5 Kilogramm wiegen. Grundsätzlich gibt es ein Betriebsverbot über sensible Bereiche oder innerhalb diesen Einsatzorten. Dazu gehören beispielsweise Krankenhäuser, Menschenansammlungen, Einsatzorte von Rettungskräften und Polizei, Einrichtungen und Anlagen der JVA oder von Industrieanlagen, obere und oberste Landes- und Bundesbehörden, bestimmte Verkehrswege sowie Naturschutzgebiete. In Kontrollzonen von Flugplätzen muss man einen seitlichen Abstand einhalten. Dieser beträgt 1,5km. In einer Flughöhe von über 100 Metern über dem Boden (Ausnahme Gelände mit Erlaubnis zum Einsatz solcher Flugmodelle mit einer Aufsichtsperson, wenn es sich nicht um einen Multicopter handelt) gilt ebenfalls dieses Verbot mit der Ausnahme das die steuernde Person einen gültige Erlaubnis für einen Luftfahrzeugführer hat oder über einen Kenntnisnachweis verfügt. Ebenfalls hat ein Betriebsverbot bei Wohngrundstücken Gültigkeit. Voraussetzungen hierfür ist jedoch, dass das Gewicht des Fluggerätes mehr als 0,25 Kilogramm beträgt oder das Gerät so ausgestattet ist, dass es akustische oder optische Signale oder auch Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen kann. Die Ausnahme ist dann gegeben, wenn der hier rechtmäßige Besitzer dem Überflug ausdrücklich zustimmt. Ebenso besteht ein grundsätzliches Betriebsverbot für Geräte über 25 Kilogramm Startmasse.

Videobrillen-Einsatz

Wenn Flüge mit einem visuellen Ausgabegerät durchgeführt werden, sind diese unterhalb einer Höhe von 30 Metern erlaubt. Ebenso darf das Fluggerät das Gewicht von 0,25 Kilogramm nicht überschreiten. Ebenfalls muss eine andere Person sich ständig in Sichtweite sich befinden und die Lage beobachten, um die steuernde Person auf eventuelle Gefahren hinweisen zu können. Ausweichpflicht Unbemannte Flugobjekte sind verpflichtet, bemannten Luftfahrgeräten sowie unbemannten Freiballonen auszuweichen. Dies gilt auch für den Einsatz von Multicoptern.

Ausnahmen

Die jeweils zuständige Luftfahrtbehörde kann Ausnahmen von den Flugverboten genehmigen, wenn dadurch keine Gefahr für die Luftverkehrs-Sicherheit besteht. Ebenso müssen die Vorschriften im Bereich des Natur- und Datenschutzes beachtet werden. Auch der Fluglärmschutz muss bei einer Ausnahmegenehmigung berücksichtigt werden. Wenn der Flug außerhalb der Sichtweite der steuernden Person geplant ist, wird von der Luftfahrtbehörde vor der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung eine objektive Sicherheitsbewertung vorgenommen.

Da wir keine Juristen sind, können wir die Korrektheit der oben gemachten Angaben nicht garantieren.

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